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Google-Forscher haben zusammen mit der Hebrew University of Jerusalem einen Prototypen entwickelt, der mit Hilfe eines am PC angeschlossenen handelsüblichen Mikrofons herausfinden kann, welcher Fernsehsender oder welches Radioprogramm gerade im Hintergrund läuft. Ermöglicht wird dies durch eine spezielle Client-Software, die so genannte Audio-Fingerprints berechnet und diese zusammen mit einer eindeutigen User-ID alle 5 Sekunden an einen Google-Server sendet. Dieser vergleicht dann die abgehörten Daten mit den gerade ausgestrahlten Fernsehprogrammen und bestimmt so, welche Sendung sich der User gerade ansieht. Als mögliche Anwendungen werden personalisierte, kontextabhängige Werbung, ein Community-System, wo sich Zuseher der selben Sendung untereinander austauschen können, oder die Echtzeit-Messung von Einschaltquoten genannt. Gespräche lassen sich wegen der starken Komprimierung der Audiodaten zwar nicht abhören, trotzdem werden Datenschützer mit dieser neuen Idee keine große Freude haben. Übrigens wurde das Paper, in dem Google das Audio-Identifikationssystem beschreibt, bei der EuroITV-Konferenz für interaktives Fernsehen in Athen als beste Forschungsidee ausgezeichnet. In Zukunft empfehle ich beim Internetsurfen besonders auf die Mikrofon-Einstellungen des Flash-Players zu achten oder einen Flash-Blocker zu verwenden.

14.06.2006 Virtual Net

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