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Kurze Antwort: zu lange ;) Ausführliche Antwort mit Erfahrungsbericht einer Nummernübertragung von Drei zu Eety im Blogpost.

Fotocredit: Virtual Net

Nummernübetragungs-Information (NÜV)

Ich bin vor kurzem von Drei zu Eety gewechselt (beides zu Hutchison 3G Austria gehörend), da es eine einseitige 39% hohe Tariferhöhung meines guten alten 3SuperSim-Tarifs gab und Drei bei dieser Gelegenheit auch noch eine Servicepauschale bei einem SIM-only-Tarif einführen wollte.

Zum Glück gibt es seit einiger Zeit dank neuer virtueller Anbieter wieder etwas mehr Wettbewerb im Mobilfunkbereich und die Möglichkeit seine Rufnummer zu behalten.

Warum gibt es die Nummernübertragung überhaupt?

Grundsätzlich ist die Nummernübertragung eine gute Sache, die es bereits seit mehr als 10 Jahren aufgrund einer EU-Richtlinie gibt und für mehr Wettbewerb sorgt, da man nun einfacher seinen Provider wechseln kann ohne die gewohnte Nummer zu verlieren. Die NÜV ist also kein Goodwill der Provider sondern vom Gesetzgeber so vorgegeben.

Im Prinzip ist die NÜV eine Linderung des Umstandes, dass das klassische Telefonsystem kein Name-Service implementiert hat. Das ist ungefähr so, als müsste man jedes mal, wenn man eine Website aufrufen möchte, die gerade aktuelle IP-Adresse des Webservers parat haben. Gut, dass es im Internet DNS gibt, schlecht, dass das Telefonsystem nie ein vergleichbares globales Name-Service erhalten hat.

Wie lange dauert nun eine solche Portierung der Rufnummer?

Wie gesagt, ich habe den NÜV-Prozess vor kurzem selbst ausprobiert und es war langwieriger als ich dachte. Man muss zuerst die NÜV-Information bei seinem bestehenden Provider anfordern. Das muss laut Verordnung unverzüglich gehen und das war in meinem Fall auch so. Dann muss man diese unterschrieben dem neuen Provider übergeben, was bei den virtuellen Anbietern per Post oder E-Mail geschehen kann.

Laut Provider-Aussage dauert so eine Rufnummer-Portierung normalerweise 3 Arbeitstage. In meinem Fall hat sie 3 Wochen gedauert :P Andere User haben auf Facebook auch schon von noch längeren Fällen berichtet. Fairerweise muss ich sagen, dass mein Erst-Antrag unvollständig war (es fehlte die Übergabebestätigung des alten Providers, die ebenfalls erforderlich ist, was ich nicht wusste). Das zu klären dauerte circa 2 Wochen und dann dauerte es noch eine Woche.

Und was sagt das Gesetz? Interessanterweise regelt die Verordnung des Telekom-Regulators fast alles außer der Zeitdauer der Portierung. Wenn man dann aber in das Telekommunikationsgesetz schaut, habe ich dort folgende Regelung gefunden:

TKG 2003 §23 Abs. 3

(3) Die Regulierungsbehörde kann durch Verordnung die näheren Bestimmungen betreffend die Übertragung von Nummern festlegen. Dabei ist insbesondere auf internationale Vereinbarungen, die technischen Möglichkeiten, die hierfür erforderlichen Investitionen sowie darauf Bedacht zu nehmen, dass die Nummer des portierenden Teilnehmers so schnell wie möglich, längstens aber innerhalb eines Arbeitstages nach der Vereinbarung über die Portierung im Netz des aufnehmenden Betreibers aktiviert wird.

Das könnte man jetzt so interpretieren, dass die Portierung so schnell wie möglich erfolgen sollte, längstens aber innerhalb eines Arbeitstages nach der Vereinbarung über die Portierung.

Die Frage ist jetzt, wann diese Vereinbarung über die Portierung juristisch zustande kommt? Kommt sie bereits bei der Übermittlung des NÜV-Antrags an den aufnehmenden Betreiber zustande oder erst später? Wie lange darf sich ein Provider mit der Bearbeitung des Portierungsantrags Zeit lassen? Welche Sanktionsmöglichkeiten gibt es?

Die EU-Kommission hat uns jedenfalls 2011 versprochen, dass "Verbraucher innerhalb eines Tages ihren Telefonanbieter wechseln können und dabei ihre Rufnummer mitnehmen dürfen".

Davon sind wir in der Praxis leider noch weit entfernt, da der Regulator verabsäumt hat, genaue Fristen für die Nummernübertragung vorzugeben.

Weitere Ressourcen

06.12.2016 Virtual Net

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